Landmarke / Barke

Landmarke/Barke I
1997
Baustahl
3,6 m hoch
Korrodiert

Landmarke/Barke II
1997
Baustahl
1,5 m hoch
Korrodiert

Zwei dicht nebeneinander in den Boden gerammte Stahlstangen, sind am oberen Ende mit Blechfetzen, gleich Tauwerk verzurrt.

Barken sind Seezeichen, Landmarken, sie dienen dem Navigator als Peilpunkt an der Küste. Oder sie warnen ihn vor Riffen und Sandbänken. Dank der Hilfe solcher Zeichen finden Seefahrer sicher ihren Kurs.

Die Landmarken sind existenziell im ständigen Kampf der Seefahrer und der Küstenbewohner mit ihrem Element, dem Ozean. Einfache Barken sind in den Boden gerammte Hölzer, mit Tauwerk verzurrt. Sand, Sturm und Salzluft ausgesetzt, halten sie den Elementen nicht dauerhaft stand. Sie verfaulen, zerwehen, bersten. Nur durch ständiges Reparieren, Flicken, Erneuern sind diese, zum Überleben so notwendigen Gebilde in Stand zu halten.

Wolfs Landmarken sollen diesen zweifachen Kampf, den ihres Bestehens in der Natur und den ihrer Bestimmung im Überlebenskampf des Menschen, ausdrücken. Die kleinen Barken zeigen den Ausgangszustand, kurz und stämmig, fest verzurrt, frisch und stark stehen sie da. Die großen Landmarken zeigen den Zustand des fortgeschrittenen Verfalls.

Wolfs Landmarken sind aus Stahl. Stahl macht die Verbiegung durch den Wind, das Zerzaustsein, noch deutlicher. Selbst Stahl ist dem Ansturm der Natur nicht gewachsen, auch das harte Metall vergeht. Der Kampf mit den Naturgewalten kann nicht dauerhaft gewonnen werden, trotz aller Mühen.