Fingerprints

Im September stellt Wolf eine Plastik, „Fingerprints“ mit 4,5m Höhe und 4 Tonnen Gewicht auf dem höchsten Punkt der Seiser-Alm auf. Vom Standort mit Rundum Panorama der Dolomiten wird eine Webcam-Übertragung zum MOMA Bozen installiert, wo die Skulpturen „Sehnsucht“ und „Erdenschwere“ aufgestellt sind. Durch die Bildübertragung wird die tatsächlich gegebene Blickachse zwischen den Skulpturen sichtbar gemacht. Die Objekte werden so miteinander kommunizieren und die Diskrepanz ihrer Wirkung im Naturraum und im Mensch- geschaffenem Raum entfalten. Die „Fingerprints“ werden über den Winter am Ort aufgestellt sein.

Auch „The Missing Piece - Fingerprints“ fragt nach dem Verbleib seiner Bestandteile. Hier ist die zurückgebliebene Hülle, der Abschnitt, die Skulptur. Durch das Hindurchsehen wird die Skulptur zu einem Rahmen, zu einem Fenster. Und das worauf unser Blick fällt, sind die Fragen zu denen wir unsere Systeme, unsere Erklärungsmodelle und Existenztheorien geschaffen haben. Natur, Himmel und Erde sehen wir. Landschaft, Geologie, Biologie, oder die Sterne, die Wolken, den Raum.

Durch das Hindurchsehen erhalten die Elemente, die bei der „Sehnsucht“ oder der „Erdenschwere“ noch ohne Inhalt sind ein Gesicht. Dem Betrachter bleibt es überlassen welchen Blickwinkel er einnimmt und welche Frage er sich stellt.

Wieder sagt uns die Form dass nichts davon beliebig ist, sondern jedes der Elemente genau auf den einen Ort bezogen ist für den es geschaffen wurde.

Unverzichtbar für die Fragen von „The Missing Piece“ ist für mich immer wieder diese Vielfalt der Betrachtungsperspektiven. Kunst im Raum der Natur einerseits und Kunst im menschgeschaffenen Raum. Und nicht zuletzt die Beziehung dieser Räume zueinander.