Wolfs Stahlskulpturen verraten unmittelbar nichts vom Leben des Künstlers. Der Künstler verschwindet hinter seinem Werk, der reinen abstrakten Form. Dennoch sind es sehr persönliche Arbeiten. „Der Zyklus THE MISSING PIECE ist eine Essenz meiner Lebensgeschichte. Mein Werk geht aus meinem Leben hervor“, stellt Wolf fest: „Durch meine Reisen in der arabischen Welt, in Asien und Indien sowie durch mein Geschichtsinteresse habe ich mich mit Fragen der Kommunikation, der Menschheitsgeschichte, der Völkerverständigung und Toleranz beschäftigt. Diese Auseinandersetzung hat mich auf die Frage des MISSING PIECE gebracht.“

Wolf setzt sich seit Jahrzehnten mit der Bearbeitung von Stahl auseinander: ob Schweißbrenner, Hydraulikpresse oder Lasercut, er ist mit allen Techniken vertraut. Wenn er an seinen Skulpturen arbeitet, ist er bei den finalen Handgriffen mit vollem physischem Einsatz am Werk. Gerade dann ist es für ihn extrem wichtig, immer wieder auf Abstand zu gehen und den Prozess von außen zu betrachten: „Durch die Distanzierung behalte ich den Überblick.“

„Mein Werk ist die Abstraktion. Ich will meine Lebensfragen in einem gegenständlichen Werk formulieren. Wenn ich einen Gedanken, ein Gefühl, ein Problem in einem Entwurf formulieren kann, ist das ein faszinierender Moment. Wenn außenstehende Betrachter angesichts eines Werkes plötzlich eigene Gefühle und Gedanken entwickeln, auch aus völlig anderen Perspektiven als ich selbst, ist das ein anderer, ähnlich faszinierender Vorgang. Ich glaube, wenn ich auf einer einsamen Insel die Möglichkeit hätte, würde ich weiter solche Dinge machen, auch wenn das niemals ein Mensch sieht. Ich habe manchmal von einem eigenen Kunstwerk nach einem längeren Zeitraum ein ganz anderes Bild als zum Zeitpunkt der Entstehung. Meine Wahrnehmung ändert sich. Mein bisheriges Schaffen verdichtet sich. Es sammelt sich eine Kraft an. Ich will einen Gedankenprozess in Gang setzen, in mir selbst, in den anderen und in der Kommunikation. Daraus entstehen neue Werke. Ich bin sicher, im MISSING PIECE stecken Werke, von denen wir jetzt noch nicht das Geringste ahnen. Das Thema ist noch lange nicht ausgeschöpft. Das fängt gerade erst an.“

VITA


WOLF, Georg-Friedrich


*1962 in Freiburg
Lebt und arbeitet in Darmstadt / DE

STAHL-BILDHAUER


Meisterbrief als Metallgestalter
Berufung zum Restaurator für historische Metallarbeiten
Reisen durch Europa, Naher- und Mittlerer Osten, Amerika und Indien
Auf diesen Reisen internationale Zusammenarbeit mit zahlreichen Künstlern und Ausstellungsbeteiligungen (u.a. in Ann Arbor / USA und Tel Aviv / Israel)
1990 - 2018: Atelier für angewandte und bildende Kunst, Hofgut Habitzheim / DE
Seit 2019: Atelier und Projektraum „Halle 109“, Darmstadt / DE

Ausstellungen

2019

„Halle 109“
Einweihungsausstellung Atelier und Projektraum
Gast: Bildhauerin Menakshi Nihalani (Indien), Darmstadt

2018 / 2019

Kunst trotz(t) Ausgrenzung“, Diakonie Deutschland
Gedenkstätte KZ Osthofen
Dominikanerkloster und Domplatz Worms
Städtische Galerie, Hannover
Brüdernkirche, Landesmuseum Braunschweig
Kunstquartier Bethanien, Berlin
Wirkbau, Chemnitz
Documenta Halle, Kassel
> kunst-trotzt-ausgrenzung.de

2017

„Torso Reflections“, Neue Galerie, Berlin
> Neue Galerie Berlin

2016

„Odyssee“ am Kanzleramt, Berlin
> Odyssee Kanzleramt

2016

„The Missing Piece“, Deutsche Oper, Berlin
> Deutsche Oper Berlin

2016

Skulpturenpark Mörfelden, Kommunale Galerie - Stadt Mörfelden-Walldorf
> kommunalegalerie.de

2016

Festival Oranienstein, Schloß Oranienstein, Diez a. d. Lahn
> Oranienstein

2015

„The Missing Piece“, Museion, Bozen / IT
> Museion Bozen

2014

Budersand, Sylt
> Budersand

2013 / 2014

Zabeel Saray, Dubai / VAE

2012

Squaire – Foyer KPMG, Airport Frankfurt a. M.
> Squaire - Airport Frankfurt

Land Art / Performance

2016

„Odyssee“, Hofgut Habitzheim / DE
> ODYSSEE

2015

„Shipsoul“, Golf von Alang / Indien
> SHIPSOUL

2015

„Fingerprints“, Destination Art, Seiseralm / Südtirol
> FINGERPRINTS | SEISER ALM

2014

„Strandgut“, Budersand, Sylt / DE
> STRANDGUT

Kunst am Bau

2019

„Nacht und Schimmel“, Freie Technische Universität Darmstadt

2018

„Fingerprint IV“, Altes Elektrizitätswerk Brandenburg, Vireq Software Solutions

2017

„Welle“, ASEO Bensheim

2017

„Engel“, Engel-Apotheke Darmstadt

2007

„Kornkreiskrone“, Campino Hochhaus Darmstadt

2002

„Archimedische Schraube“, Hauptverwaltung Merck-Darmstadt / DE

2001

„Online“, Hauptstelle Volksbank Rüsselsheim

Arbeiten als Restaurator / Gestaltung von Kirchenräumen

Portaltüren der Stadtkirche Walldorf, Weihwasserbecken und Opferleuchter St. Ludwig in Darmstadt, Jugendstilbad Darmstadt, Hochzeitsturm Darmstadt, Jugendstilensemble Mathildenhöhe Darmstadt, Toranlage Orangerie Darmstadt, Rekonstruktion Brachtlüster im Rathaus Limburg, u.a.